Salama tompoko,
Wie befürchtet und erwartet bin ich also noch einen ausführlichen Reisebericht aus Madagaskar schuldig geblieben. Inzwischen bin ich nämlich schon längers wider retour im zivilisierten Europa (also in La Réunion), im Kopf bin ich aber noch nicht ganz angekommen. Deshalb versuche ich es doch mal wieder mit Schreibtherapie zur Erlebnisverarbeitung.
Wie im letzten Eintrag darauf hingewiesen habe ich mir von Madagaskar ein grosses Abenteuer erwartet. Schliesslich war ich noch nie längere Zeit alleine auf Reisen und schon gar nicht in einem Land wie Madagaskar. Nebst den berühmten Animationsfilmen ist „Mada“ momentan vor allem bekannt für politische Krise und Instabilität und für die ganzen „normalen“ 3. Welt-Land Probleme (Hunger, Naturkatastrophen, Krankheiten).
Mit etwas gemischten Gefühlen landete ich also am 1.März in der Hauptstadt Antananarivo und wurde gleich rührend von mind. 50 Taxifahrern empfangen. Nach harten Preisverhandlungen (ich hatte mich etwas vorbereitet) ging’s Richtung Stadtzentrum, wobei der erste Eindruck von Mada dann doch etwas überraschend war. Überall geteerte Strassen, schöne (wenn auch etwas zerfallene) Häuser und moderne Autos. Der erste Eindruck täuscht ja meistens, und so erkannte ich dann in der Folge relativ schnell, dass sich diese Art von „Luxus“ maximal auf einige Gebiete der Hauptstadt beschränkt. Spätestens nach der ersten Erkundungstour zu Fuss ergab sich ein anderes Bild: Antananarivo ist vor allem ein riesengrosser Markt, alles wird angeboten und alles ist verhandelbar. Daneben wird das Strassenbild gesäumt von den Stadttaxis (ausnahmslos alles uralte 2CV oder 4L) und Bettlern aller Art (schwangere Frauen, Frauen mit Kindern oder Kinder alleine). Als Weisser zu Fuss fällt man dann auch überproportional auf und ist somit bevorzugtes Ziel von allen, die auf irgendeine Art und Weise in den Strassen zu Geld kommen wollen (also ca. 90 % der Bevölkerung). Überraschenderweise gibt es trotz allem kaum Kriminalität. Es wird zwar des Öfteren vor Taschendieben gewarnt, ich habe allerdings nie einen gesehen. Meinem Eindruck nach beschränken sich die Madegassen eher auf Versuche, die Touristen mit überhöhten Preisen abzuzocken. Daran gewöhnt man sich allerdings schnell, denn wie gesagt sind insbesondere in der herrschenden Krisenzeit die Preise mehr als flexibel. Das macht’s dann für einen Touri wie mich sehr angenehm zu leben. Ein paar Preisbeispiele gefällig? Taxifahrt auf Stadtgebiet: 1.50.-, Gutes Essen in anständigem Restaurant: 3.50-, Hotelübernachtung im DZ mit Pool und Klimaanlage: 10.-, Polizei bestechen weil man wieder einmal den Pass zu Hause gelassen hat: 2.50.-
Eh ja, in Antananarivo habe ich’s zwei Tage lang ausgehalten und meine Zeit vor allem mit Stadtwanderungen verbracht. Abends habe ich jeweils mit dem sehr sympathischen Hotelrezeptionisten und seinen Freunden auf der Treppe vor dem Eingang Bier getrunken und bei der Gelegenheit ein bisschen Malgasy gelernt (ein kuriose Sprache, anscheinend am ehsten mit Indonesisch vergleichbar).
Weiter gings dann per Taxi Brousse Richtung Süden. Das Taxi Brousse ist das einzige Verkehrsmittel für Überlandtransporte über grössere Distanzen. Meist ein älterer Mazda Kleinbus (oft mit deutscher oder holländischer Beschriftung drauf, weil von dort importiert), der gut gefüllt, mit Passagieren innen drin und mit Waren auf dem Dach, Distanzen von mehreren hundert Kilometern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h in Angriff nimmt. Die tiefe Geschwindigkeit erklärt sich zum einem mit der Überladung der Fahrzeuge, zum anderen lassen die Strassen meist nichts anderes zu. Denn in Madagaskar sind auch die geteerten „Route National“ bestenfalls Feldwege bei uns. Reisen ist also anstrengend und vor allem zeitintensiv.
In Fianarantsoa (450 km und 9 Taxi-Stunden südlich von Antananarivo) ging es dann am nächsten Morgen mit dem einzigen Passagierzug der Insel hinunter an die Ostküste. Der Zug, natürlich nicht gerade ein ICN oder ein TGV, schlängelt sich in einem Tag durch 17 Dörfer hindurch zur kleinen Stadt Manankara. Die Dörfer wie auch Manankara kamen dann schon eher dem Nahe, was man sich ein bitterarmes afrikanisches Land vorstellt. Es gibt dort, mehr oder weniger, nichts. Keine Supermärkte, meist keine Elektrizität, keine Strassen. Nur einige Holzhütten, einige Kühe und viele Kinder, welche die Zugsreisenden um Geld oder Essen anbetteln. Nebst dieser teils schockierenden Armut (ich sah Kinder, die sich um ein Stück Brot geprügelt haben) war es aber bizarrerweise auch eine kulinarische Erlebnisreise, denn in jedem Dorf versuchen die Bewohner diverse Leckereien an den Mann zu bringen. Da gibt es Flusskrebse, frittierte Bananen, Zebuspiesse und vieles mehr.
Im Zug habe ich auch einen älteren aber coolen Franzosen und eine nervige Deutsche kennen gelernt, mit denen ich dann 3 Tage in Manankara verbracht habe. Eigentlich wollte ich dort eine Flussfahrt auf einer Piroge unternehmen, was leider nicht geklappt hat, da die Regensaison ihrem Namen alle Ehre gemacht hat und es konstant geregnet hat wie aus Kübeln. Stattdessen wurde ich vom Pirogen-Kapitän zu sich nach Hause zum Essen eingeladen, was ein Erlebnis für sich war. Der Typ, nebst Kapitän auch Koch, Sänger und Musiker, wohnt mit seiner Frau und sechs Kindern in einer Holzhütte mit zwei Räumen.
Ich habe meine Reisekumpanen (vor allem wegen der nervigen Deutschen) ziehen lassen und mich dann wieder alleine per Taxi Brousse auf den Weg an die Westküste gemacht, dies vor allem in der Hoffnung auf besseres Wetter. Tatsächlich wurde kurz nach meiner Abreise der Osten von einem starken Zyklon heimgesucht, der fast 50 Tote forderte.
Nach 2 Taxifahrten von je 10 Stunden (davon eine mit Panne der Kupplung, welche dann, Gott weiss wie, mit einem simplen Draht wieder zum funktionieren gebracht wurde), kam ich in Tulear im Sudwesten an. Im zweiten Taxi hatte ich Bekanntschaft mit zwei ebenfalls älteren aber sympathischen und noch sehr aktiven Franzosen gemacht. Die beiden Herren kommen, wie viele pensionierte Franzosen, regelmässig nach Madagaskar und erfreuen sich des guten und günstigen Lebens und der vielen jungen, „unternehmungsfreudigen“ Madegassinnen.
Ich bin dann den zwei Alten ein bisschen nördlich von Tulear nach Mangily gefolgt. Ein kleines Fischerdorf an einem sehr schönen Strand, das sich zu so etwas wie einer Feriendestination entwickelt hat (notabene gibt es aber weder eine geteerte Strasse die dorthin führt, noch Elektrizität). Von den beiden Alten habe ich einiges über Madagaskar, insbesondere über dessen weibliche Bevölkerung gelernt. Denn auch die Frauen haben begriffen, dass die Europäer meist ziemlich Geld in der Tasche haben, und versuchen deshalb, sich mit einem solchen zusammenzutun, wobei Alter oder Aussehen eine untergeordnete Rolle spielen. Das führt dann zur angenehmen Erscheinung, dass man sich mehr oder weniger eine Madegassin aussuchen kann, wenn man denn das will. Allerdings ist das „Spiel“ mit Vorsicht zu geniessen, schliesslich geht es den Damen in den allermeisten Fällen wohl doch eher um Geld als um Liebe (genau weiss man es jedoch nie, die Madegassen können eine sher verschwiegene und mysteriöse Gemeinschaft sein). Jedenfalls nahmen mich die alten mit in die lokale Disco, wo ich das beschriebene Spektakel dann am eigenen Leib erfahren durfte.
In Mangily habe ich auch Pierre kennengelernt. Mit 35 Jahren war er der jüngste Reisende den ich bislang angetroffen hatte, demnach war er auch eher auf meiner Wellenlänge. Wir verstanden uns in der Tat so gut, dass wir den Rest der Reise zusammen verbracht haben.
Nach drei Tagen am Strand gingen wir zurück nach Tulear und wollten am nächsten Tag mit Chauffeur und Mietwagen wieder Richtung Landesmitte und auf diesem Weg einige Parks und Sehenswürdigkeiten besuchen. Statt zu schlafen verbrachten wir jedoch die Nacht wiederum in der lokalen Disko, was die Reise am nächsten Tag etwas zur Tortur gemacht hat.
Dennoch besuchten wir den eindrücklichen Nationalpark von Ishalo, den Zebumarkt von Ambalavao, Weinfarms, Seidenateliers und hatten Gelegenheit, Lemuren und andere Naturwunder Madagaskars zu begutachten. Nach 3 Tagen in Fianarantsoa angekommen erinnerten wir uns an den legendären Abend in Tulear und beschlossen, schnurstracks dorthin zurückzukehren. Es folgten zehn Tage Sonne, Strand, Partys und gutes Essen, notabene in der Begleitung der beiden wunderschönen Madegassinnen, die wir an jenem Abend in der Disco kennengelernt haben.
Gut, natürlich gäbe es auch über diese letzten Tage noch haufenweise zu berichten. Da dies aber bereits jetzt der längste Blog aller Zeiten ist und man ja auch nicht alles ins Internet stellen soll, lass ich das mal lieber. Wens interessiert, der soll mich mal auf ein Bier einladen. Denn ja, bald ist die Rückkehr in die Schweiz angesagt.
Inzwischen ist nämlich mein Bruder und seine Freundin in La Réunion angekommen und wir machen zusammen noch mal eine richtige Inselerkundung. Denn auch für mich gibt es hier noch einiges zu tun, so waren wir bereits zusammen Helikopter fliegen und Mountainbiken und werden die knappe letzte Woche noch die Berge erkunden.
Abflug ist dann am Donnerstag via Mauritius und Dubai, und am Freitag, 23.04.2010 um ca. 13.30 sollten wir in Zürich landen. Falls jemand an diesem Tag nichts vorhat, würde ich ein Apéro im Flughafen vorschlagen.
Eigentlich wollte ich ja auch noch Bilanz ziehen von meinen 8 Monaten im indischen Ozean, aber auch das verschiebe ich gerne auf ein anderes Mal. Ich freue mich auf alle Fälle, bald wieder nach Hause zu kommen.
Bis superbald
Liebe Grüsse
Kubi
Freitag, 16. April 2010
Sonntag, 28. Februar 2010
Vazaha sur la grande ile
Hellou und Servus,
Nun sitze ich also zu Hause auf gepackten Koffern und freue mich auf meine kleine Madagaskar-Reise, denn morgen geht’s tatsächlich schon. Etwas surreal kommt mir das momentan gerade vor, denn mit der Madagaskar-Reise nimmt auch mein La Réunion Aufenthalt ein jähes Ende. Obwohl ich ja im April noch mal drei Wochen hier verbringen werde ist das dann doch irgendwie nicht mehr das gleiche. Ich habe sogar schon überlegt, ob ich hier Bilanz ziehen soll von meinem Aufenthalt, möchte mir das dann aber doch lieber für später aufsparen.
Nun, seit meine Mutter wieder nach Hause gereist ist, habe ich vor allem Zeit mit der Planung der Madagaskar Reise verbracht. Nicht das ich etwas reserviert hätte (gereist wird immer schön der Nase nach), aber ich habe sehr viel über dieses faszinierend-bizarre Land gelesen und mich von ein paar Deutschen Madagaskar-Rückkehren einige Infos geholt. Eingekauft und organisiert musste dann auch noch das eine oder andere werden, lange Kleider und ein Moskitonetz (beides zum Mückenschutz) hatte ich schliesslich bisher kaum nötig gehabt. Dazu kommt ein halber Koffer voller Medikamente (gegen alles was man denn haben könnte, die Gesundheitsversorgung in Mada ist besch***en), ordentlicher Regenschutz für Rucksack und mich (es herrscht Regenzeit) und ein paar Dutzend Zahnbürsten (da freuen sich anscheinend die Kleinen dort drüber). Ihr seht, ich habe an (hoffentlich alles) gedacht. Nebst den Lebensstandard-bedingten Schwierigkeiten kommen ja bekanntlicherweise noch politische Probleme dazu. Der derzeitige „Präsident“ hat sich legal an die Macht geputscht (?) und kann gemäss malgassischer Verfassung gar nicht Präsi sein, deswegen nennt er sich Chef der Übergangsverwaltung und müsste eigentlich bald Neuwahlen abhalten, was er nicht tut, usw… Ich habe deshalb schön brav die Schweizer Botschaft über meinen Aufenthalt informiert und zitiere gerne aus der Antwort:
„Sehr geehrter Herr Kubalek,
besten Dank für Ihre Meldung. Die politische Situation in Madagaskar ist weiterhin gespannt und die Zukunft unklar. Es ist aber ohne weiteres möglich, durch die Insel zu reisen. Seien Sie immer vorsichtig in den öffentlichen Verkehrsmittel, vermeiden Sie reisen in der Nacht und gehen Sie zurück in Ihre Herberge beim Eindunkeln.
Falls Sie eine madagassische Handynummer beschaffen, bitte ich Sie um Bekanntgabe der Nummer. Wir informieren die Schweizerkolonie auf der Insel regelmässig via sms wenn es Sicherheitsprobeme gibt.“
Also: alles klar und kein Problem ;-)
Nun, auf alle Fälle freue ich mich riesig auf den Trip, es könnte eines der grossen Abenteuer in meinem Leben werden. Von dem was ich gehört habe ist man als Vazaha (Malgassisch für: Fremder) in Madagaskar teilweise doch eine recht ungewohnte Erscheinung, vor allem wenn man wie ich versucht, möglichst günstig zu reisen. Das wird wohl positive wie auch negative Seiten haben, ich freue mich zum Beispiel nicht unbedingt darauf, für so gut wie alles zuerst Preisverhandlungen führen zu müssen, damit man nicht den erhöhten Vazaha-Preis zahlt. Mal schauen wie gut mein Verhandlungsgeschick ausgebildet ist.
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert in letzter Zeit. Ich war natürlich noch regelmässig in den Bars und Clubs unterwegs und musste realisieren, dass man nach gewisser Zeit als einigermassen trinkfreudiger Deutschweizer hier bekannt ist wie ein bunter Hund. Gute Sache, denn inzwischen gibt es so immer wieder den einen oder anderen Gratis-Drink. Fischen war ich auch noch mal, aber ehrlich gesagt mag ich nicht mehr über die anhaltenden Misserfolge schreiben. Ich mag sowieso lieber Fleisch.
Und mit diesen Worten mache ich mich also auf und davon. Gutes Internet ist in Mada selten. Ich werde dennoch versuchen zwischendurch mal etwas zu schreiben, falls es nicht klappt gibt es dafür dann im April einen ausführlichen Bericht.
Alles Gute und bis bald.
Kubi
Nun sitze ich also zu Hause auf gepackten Koffern und freue mich auf meine kleine Madagaskar-Reise, denn morgen geht’s tatsächlich schon. Etwas surreal kommt mir das momentan gerade vor, denn mit der Madagaskar-Reise nimmt auch mein La Réunion Aufenthalt ein jähes Ende. Obwohl ich ja im April noch mal drei Wochen hier verbringen werde ist das dann doch irgendwie nicht mehr das gleiche. Ich habe sogar schon überlegt, ob ich hier Bilanz ziehen soll von meinem Aufenthalt, möchte mir das dann aber doch lieber für später aufsparen.
Nun, seit meine Mutter wieder nach Hause gereist ist, habe ich vor allem Zeit mit der Planung der Madagaskar Reise verbracht. Nicht das ich etwas reserviert hätte (gereist wird immer schön der Nase nach), aber ich habe sehr viel über dieses faszinierend-bizarre Land gelesen und mich von ein paar Deutschen Madagaskar-Rückkehren einige Infos geholt. Eingekauft und organisiert musste dann auch noch das eine oder andere werden, lange Kleider und ein Moskitonetz (beides zum Mückenschutz) hatte ich schliesslich bisher kaum nötig gehabt. Dazu kommt ein halber Koffer voller Medikamente (gegen alles was man denn haben könnte, die Gesundheitsversorgung in Mada ist besch***en), ordentlicher Regenschutz für Rucksack und mich (es herrscht Regenzeit) und ein paar Dutzend Zahnbürsten (da freuen sich anscheinend die Kleinen dort drüber). Ihr seht, ich habe an (hoffentlich alles) gedacht. Nebst den Lebensstandard-bedingten Schwierigkeiten kommen ja bekanntlicherweise noch politische Probleme dazu. Der derzeitige „Präsident“ hat sich legal an die Macht geputscht (?) und kann gemäss malgassischer Verfassung gar nicht Präsi sein, deswegen nennt er sich Chef der Übergangsverwaltung und müsste eigentlich bald Neuwahlen abhalten, was er nicht tut, usw… Ich habe deshalb schön brav die Schweizer Botschaft über meinen Aufenthalt informiert und zitiere gerne aus der Antwort:
„Sehr geehrter Herr Kubalek,
besten Dank für Ihre Meldung. Die politische Situation in Madagaskar ist weiterhin gespannt und die Zukunft unklar. Es ist aber ohne weiteres möglich, durch die Insel zu reisen. Seien Sie immer vorsichtig in den öffentlichen Verkehrsmittel, vermeiden Sie reisen in der Nacht und gehen Sie zurück in Ihre Herberge beim Eindunkeln.
Falls Sie eine madagassische Handynummer beschaffen, bitte ich Sie um Bekanntgabe der Nummer. Wir informieren die Schweizerkolonie auf der Insel regelmässig via sms wenn es Sicherheitsprobeme gibt.“
Also: alles klar und kein Problem ;-)
Nun, auf alle Fälle freue ich mich riesig auf den Trip, es könnte eines der grossen Abenteuer in meinem Leben werden. Von dem was ich gehört habe ist man als Vazaha (Malgassisch für: Fremder) in Madagaskar teilweise doch eine recht ungewohnte Erscheinung, vor allem wenn man wie ich versucht, möglichst günstig zu reisen. Das wird wohl positive wie auch negative Seiten haben, ich freue mich zum Beispiel nicht unbedingt darauf, für so gut wie alles zuerst Preisverhandlungen führen zu müssen, damit man nicht den erhöhten Vazaha-Preis zahlt. Mal schauen wie gut mein Verhandlungsgeschick ausgebildet ist.
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert in letzter Zeit. Ich war natürlich noch regelmässig in den Bars und Clubs unterwegs und musste realisieren, dass man nach gewisser Zeit als einigermassen trinkfreudiger Deutschweizer hier bekannt ist wie ein bunter Hund. Gute Sache, denn inzwischen gibt es so immer wieder den einen oder anderen Gratis-Drink. Fischen war ich auch noch mal, aber ehrlich gesagt mag ich nicht mehr über die anhaltenden Misserfolge schreiben. Ich mag sowieso lieber Fleisch.
Und mit diesen Worten mache ich mich also auf und davon. Gutes Internet ist in Mada selten. Ich werde dennoch versuchen zwischendurch mal etwas zu schreiben, falls es nicht klappt gibt es dafür dann im April einen ausführlichen Bericht.
Alles Gute und bis bald.
Kubi
Freitag, 19. Februar 2010
Tranquille le matin, pas trop vite l'après-midi
Hochgeachtete Leser,
Vorab einmal mehr herzlichste Grüße aus der Sonne, denn ja, es ist immer noch sauheiss hier und wie man so hört immernoch saukalt bei euch. Trotz Hitze läuft interessanterweise neben mir gerade der Fernseher, wo auf „Antenne Reunion“ live der Olympische Wettbewerb im Biathlon ausgetragen wird. Ironisch aber trotzdem interessant, und ich freue mich natürlich wie ein kleines Kind über jeden Schweizer Erfolg.

Inzwischen ist nun meine Zeit als Touristenführer erfolgreich zu Ende gegangen und ich werde bald wieder selber einen solchen brauchen. Nach dem Besuch meiner Freunde Anfang Monat hat nun auch meine Mutter 12 Tage mit mir auf der Insel verbracht. Die beiden Besuche haben auch mir die Gelegenheit gegeben nicht nur meine hervorragenden Qualitäten als Guide darzubieten, sondern auch noch das eine oder andere zu entdecken. So war ich zum Beispiel mit meinen Freunden auf einem Fluss im Osten der Insel beim River Rafting, was überaus amüsant war. Begleitet von einem sympathischen, überchilligen und weltverbesserischen Franzosen gings in kleinen 2er Rafts die Stromschnellen hinab, notabene teilweise auch ohne Boot (nicht das wir gekentert wären, das durchqueren einer Stromschnelle auf dem Allerwertesten gehörte zum Rahmenprogramm). Auch mit meiner Mutter habe ich das eine oder andere unternommen. Zwar nicht gerade Extremsportarten, aber wir waren doch auch in allen Ecken der Insel und haben eine coole Wanderung in den Bergen unternommen. Zudem waren die Übernachtungen in schönen Hotels mit Swimming Pool und gutem Frühstück eine willkommene Abwechslung und noch ein letztes bisschen Luxus.
Denn wie bereits angekündet geht’s am 1.März auf nach Madagaskar und so wie ich informiert bin wird das alles andere als ein Luxustrip. Immerhin rangiert „Mada“ gerade mal auf Platz 146 des HDI, ist also bitterarm. Der Transport wird sich vor allem in kleinen und vollgestopften Sammeltaxis, alten Zügen und Piroggen vollziehen. Ich freue mich aber sehr auf dieses grosse Abenteuer, und immerhin ist es nicht schlecht, nach dem „Europa des indischen Ozeans“ auch noch das „Afrika des indischen Ozeans“ zu entdecken. Und Mada soll, so sagt man mir, auch ein wunderschönes, vielseitiges, und riesengrosses (ungefähr Frankreich plus BeNeLux) Land sein. Ich werde auf alle Fälle versuchen, zwischendurch an dieser Stelle ein bisschen zu berichten. Das könnte aufgrund fehlender Internet-Möglichkeiten zwar etwas schwierig werden, aber einen Versuch ist es wert.

Den kurzen Rest meiner Zeit werde ich nun vor allem mit organisatorischen Sachen verbringen müssen. Insbesondere muss ich mich von meinem zuverlässigen, alten Mitshubishi trennen und einen würdigen Käufer für die Karre finden (dooferweise hat nun auch noch der rechte Fensterheber seinen Dienst aufgegeben, was sich aber hoffentlich mittels noch zu organisierendem Ersatzteil beheben lassen wird).
Und natürlich dürfte es noch die eine oder andere Party geben, denn so ein vorläufiger Abschied muss doch gefeiert werden. Einen kurzen Vorgeschmack darauf gab es bereits gestern schon. Aus Anlass des Abschieds einer Kollegin wurde nochmal tüchtig gebechert. Interessanterweise waren auch drei lustige Franzosen dabei, die kräftig mitgemacht haben. Die drei entpuppten sich dann als Flugzeugmechaniker von Air Austral, dooferweise die Fluggesellschaft die mich nach Madagaskar bringen wird. Ich hoffe nur, dass die Jungs nicht vor meinem Flug so tüchtig feiern gehen.
Ich werde mich auf alle Fälle nochmals vor dem Abflug hier melden und wünsche euch bis dahin eine hervorragende Zeit.
Liebste Grüße
Kubi
Vorab einmal mehr herzlichste Grüße aus der Sonne, denn ja, es ist immer noch sauheiss hier und wie man so hört immernoch saukalt bei euch. Trotz Hitze läuft interessanterweise neben mir gerade der Fernseher, wo auf „Antenne Reunion“ live der Olympische Wettbewerb im Biathlon ausgetragen wird. Ironisch aber trotzdem interessant, und ich freue mich natürlich wie ein kleines Kind über jeden Schweizer Erfolg.

Inzwischen ist nun meine Zeit als Touristenführer erfolgreich zu Ende gegangen und ich werde bald wieder selber einen solchen brauchen. Nach dem Besuch meiner Freunde Anfang Monat hat nun auch meine Mutter 12 Tage mit mir auf der Insel verbracht. Die beiden Besuche haben auch mir die Gelegenheit gegeben nicht nur meine hervorragenden Qualitäten als Guide darzubieten, sondern auch noch das eine oder andere zu entdecken. So war ich zum Beispiel mit meinen Freunden auf einem Fluss im Osten der Insel beim River Rafting, was überaus amüsant war. Begleitet von einem sympathischen, überchilligen und weltverbesserischen Franzosen gings in kleinen 2er Rafts die Stromschnellen hinab, notabene teilweise auch ohne Boot (nicht das wir gekentert wären, das durchqueren einer Stromschnelle auf dem Allerwertesten gehörte zum Rahmenprogramm). Auch mit meiner Mutter habe ich das eine oder andere unternommen. Zwar nicht gerade Extremsportarten, aber wir waren doch auch in allen Ecken der Insel und haben eine coole Wanderung in den Bergen unternommen. Zudem waren die Übernachtungen in schönen Hotels mit Swimming Pool und gutem Frühstück eine willkommene Abwechslung und noch ein letztes bisschen Luxus.
Denn wie bereits angekündet geht’s am 1.März auf nach Madagaskar und so wie ich informiert bin wird das alles andere als ein Luxustrip. Immerhin rangiert „Mada“ gerade mal auf Platz 146 des HDI, ist also bitterarm. Der Transport wird sich vor allem in kleinen und vollgestopften Sammeltaxis, alten Zügen und Piroggen vollziehen. Ich freue mich aber sehr auf dieses grosse Abenteuer, und immerhin ist es nicht schlecht, nach dem „Europa des indischen Ozeans“ auch noch das „Afrika des indischen Ozeans“ zu entdecken. Und Mada soll, so sagt man mir, auch ein wunderschönes, vielseitiges, und riesengrosses (ungefähr Frankreich plus BeNeLux) Land sein. Ich werde auf alle Fälle versuchen, zwischendurch an dieser Stelle ein bisschen zu berichten. Das könnte aufgrund fehlender Internet-Möglichkeiten zwar etwas schwierig werden, aber einen Versuch ist es wert.
Den kurzen Rest meiner Zeit werde ich nun vor allem mit organisatorischen Sachen verbringen müssen. Insbesondere muss ich mich von meinem zuverlässigen, alten Mitshubishi trennen und einen würdigen Käufer für die Karre finden (dooferweise hat nun auch noch der rechte Fensterheber seinen Dienst aufgegeben, was sich aber hoffentlich mittels noch zu organisierendem Ersatzteil beheben lassen wird).
Und natürlich dürfte es noch die eine oder andere Party geben, denn so ein vorläufiger Abschied muss doch gefeiert werden. Einen kurzen Vorgeschmack darauf gab es bereits gestern schon. Aus Anlass des Abschieds einer Kollegin wurde nochmal tüchtig gebechert. Interessanterweise waren auch drei lustige Franzosen dabei, die kräftig mitgemacht haben. Die drei entpuppten sich dann als Flugzeugmechaniker von Air Austral, dooferweise die Fluggesellschaft die mich nach Madagaskar bringen wird. Ich hoffe nur, dass die Jungs nicht vor meinem Flug so tüchtig feiern gehen.
Ich werde mich auf alle Fälle nochmals vor dem Abflug hier melden und wünsche euch bis dahin eine hervorragende Zeit.
Liebste Grüße
Kubi
Montag, 1. Februar 2010
Abréviations et Prolongations

Geneigte Leser, Werte Schweizer, Liebe Frauen und Männer,
In der Befürchtung dieses rechtsbürgerliche Begrüssungsritual in der Schweiz immer öfter hören zu müssen und nichts dagegen machen zu können, halte ich es auf der kleinen und friedlichen Insel im indischen Ozean fast nicht mehr aus. Nach der Minarettinitiative kommt nun die Ausschaffungsinitiative und weitere Abstrusitäten wie die Vorstösse zur Beschränkung der Deutschen und Französischen Einwanderer. Da entsteht doch für mich der Eindruck, dass die abgeschottete aber weltoffene Insel La Réunion doch besser mit der Schweiz die geographischen Plätze tauschen sollte. Hier im indischen Ozean könnte die SVP und ihre Gefolgschaft gemütlich Zuckerrohr anbauen, ohne dass Sie dabei gross gestört werden würde (einzig ein paar Minarette müsste man vorher zerstören).
Von diesen Sorgen getrieben drängt es mich zurück in die Schweiz, um gegen die fortführende Antiquisierung (?) der Schweiz ins Feld zu ziehen. Ich werde also meine Studien nicht fortführen, sondern stattdessen einen Monat lang revolutionären Unterricht im Putsch-Erprobten Madagaskar zu geniessen. Nach der Rückkehr zur Schweiz wird dann die „Bewegung für eine moderne Schweiz“ gegründet, welche die politische Landschaft der Schweiz aufrütteln wird.
Gut, etwas ernsthafter: Tatsächlich haben sich meine Pläne hier etwas geändert und ich habe mich aus diversen Gründen (finanzielle, studientechnische und moralische) dazu entschieden, dass 2. Semester hier nicht mehr weiterzustudieren. Stattdessen werde ich nach einer ausgedehnten Madagaskarreise am 23. April um 13.40 Ortszeit meine Füsse wieder auf Schweizer Boden setzen und dann dort mit Vollgas Studium und Kontoaufbesserung weiter zu betreiben. Der Gram über die politische Situation in der Schweiz ist aber natürlich nicht erfunden. Die Gründung eines politischen Gegengewichts fern von alten und festgefahrenen Parteimustern wäre doch eine gute Idee. Jemand Interesse?
Nebst der Ausreifung politischer Ideen habe ich natürlich seit dem letzten Eintrag auch sonst noch so einiges getrieben. Wie bereits angekündigt habe ich die 3 Tage dauernde Durchquerung des Cirque de Mafate vorgenommen. Begleitet von einer sehr sympathischen deutschen Mitstudentin und bepackt mit ca. 15 Kilogramm Material ging’s auf die rund 30 Kilometer und 3000 Meter Höhendifferenz umfassende Wanderung. Ich weiss, für Militärerprobte ist es Nasenwasser. Aber wer mich kennt, der weiss: ist schon mal nicht schlecht. Der Cirque ist darüber hinaus extremst beeindruckend. Wie gesagt gibt es keine Strassen und keine Autos, dafür steilabfallende Bergflanken, sympathische Weiler, beeindruckende Schluchten und wunderschöne Wasserfälle. Ein grosses Erlebnis also.

Inzwischen habe ich nun auch den ersten Besuch aus der Schweiz bekommen. Meine langjährigen Freunde Nik und Irène weilen zurzeit bei mir. Mit der vollzogenen Ferienverlängerung gefällt es mir richtig gut für die beiden ein bisschen den Reiseführer zu mimen. Ich glaube es gefällt Ihnen auch recht gut, jedenfalls zeigen sie sich beeindruckt von der drückenden Hitze, der Schärfe der Chilis, der Namensgebung des lokalen Biers und der Qualität des einheimischen Fisches. (Tämmi: vor allem 1A Thunfisch den wir in rauen Mengen verputzen. *höhö*). Danach folgt dann noch der Besuch meiner Mam und nach Madagaskar derjenige meines Bruders und seiner Freundin, worauf ich mich natürlich ausserordentlich freue.
Daneben werden natürlich noch die „normalen“ Aktivitäten fortgeführt: Strand, Fischen (wegen mangelndem Erfolg und somit mangelnder Motivation etwas auf Sparflamme) und Segeln. Beim letzten Segeltrip, alleine auf einer Nussschale im offenen Meer, habe ich es allerdings fertig gebracht, diejenige dreimal zu kentern. Ist zwar witzig aber auch anstrengend, und spricht nicht gerade für grosses Talent. Aber was soll’s.
Das wär’s dann doch mal wieder mit News von mir. Ich freue mich natürlich auf jegliche News von der Heimat und mit etwas veränderter Bedeutung sage ich: Bis Bald!
Kubi
Montag, 18. Januar 2010
Von Eruptionen und anderen Ferienbeschäftigungen

Bonjour a tous,
Einmal mehr ist es höchste Zeit für ein News-Bulletin aus dem tropischen Paradies. Das Wetter ist immer noch schön und (etwas zu) warm, es sind immer noch Ferien. Und von da her ist das Leben immer noch rosig, ausser dass ich es weiterhin noch nicht fertig gebracht habe, per Angel einen *%&*+-Fisch aus dem Wasser zu ziehen. Gut für die Fische, schlecht für meinen Magen. Nebst Fischen und Strand ist aber nicht viel los. In Saint-Gilles gibt es noch eine andere WG mit Erasmus-Studenten vorwiegend deutscher Herkunft. Die hängen dann entweder bei uns rum oder wir machen zwischendurch ein bisschen Party zusammen.
Obwohl in der eigenen WG auch schon genug los ist, hat doch unsere ganz persönliche Touri-Saison begonnen. Nachdem Ninas Eltern die Insel besucht haben sind jetzt zwei Ihrer Freundinnen aus Fribourg bei uns zu Gast. Danach freue ich mich auf etwas mehr als drei Wochen Besuch aus der Schweiz. Der grosse Vorteil: Wir sind jetzt mehr als ausreichend mit Schweizer Schoggi versorgt. Und da Ninas Vater offensichtlich ein Genussmensch ist, steht auch eine Flasche Glenfiddich (12 Jahre alter Whisky) auf dem Schrank. Der ist fast noch besser als Schoggi.
Das grosse Ferienereignis bislang war aber sicherlich der Ausbruch des lokalen Vulkans, des Piton de la Fournaise. Obwohl er als einer der aktivsten Vulkane der Welt gilt, ist eine Eruption natürlich immer ein Ereignis. Ausnahmsweise fand dieses mal der Ausbruch im Inneren des Kraters statt, wogegen bei den Ausbrüchen davor jeweils Lava an der Aussenseite des Vulkans Richtung Meer floss, was natürlich etwas spektakulärer ist.

Aber man nimmt was man kriegen kann, und so sind wir direkt am ersten Tag nach der Wiederöffnung des Wanderwegs zum Krater losgelatscht. Dieser Weg ist nicht ganz ohne, und die Wanderung „aller-retour“ braucht notabene gute 5 Stunden. Neben der Tatsache, dass wir komplett nachts gewandert sind kam erschwerend noch heftiger und dauerhafter Regen dazu. Aber es hat sich gelohnt, die Lava-Fontänen und die Ströme die man sehen kann sind insbesondere nachts ein einmaliges Spektakel. So schön, dass ich eine Woche später die Wanderung wiederholt habe. Immerhin war dann der Hinweg bei Tageslicht und Regen gabs auch keinen mehr.
A propos wandern, morgen beginnt das grosse Projekt der Ferien: Mafate. Das ist einer der drei „Cirques“ (= Talkessel?) auf La Réunion die sich aus der Erosion des erloschenen zweiten Vulkans, des Piton des Neiges geformt haben. Mafate besitzt als einziger der drei die Eigenschaft, dass er nicht per Strasse erschlossen ist. Man muss also hinwandern oder den Helikopter nehmen (Zweiteres ist angenehmer aber leicht teurer). Geplant ist, Mafate während drei Tagen zu erkunden, Erlebnisse folgen im nächsten Eintrag.
Wie man ja mitgekriegt hat, teile ich nebst der Wohnung nun auch mein Auto zwischendurch mit meiner Mitbewohnerin. Das ist erstens eine Gewöhnungssache und führt zweitens dazu, dass ich zwischendurch tatsächlich auch mal den Bus hier benutze. Das ist gar nicht mal so schlecht, denn die „Car Jaune“ sind gar nicht mal so schlecht. Und man erlebt einiges, nebst besoffenen und laut singenden Mitfahrern kann es auch sein, dass einem Jung-Gangster an der Weiterfahrt hindern, nur weil sie wütend sind darüber, dass der Bus schon voll sind.

Und wenn man nichts erlebt hat man Zeit zum Zeitung lesen. Die lokalen Zeitung repräsentieren hervorragend „ladilafé“ (Tratsch), der sowieso einer der Nationalsportarten der Insel darstellt. So findet man dann auf 40 Seiten den reunionesischen Inlandsteil (verglichen mit 5 Seiten Frankreich und 2 Seiten Ausland), vollgestopft mit unglaublich wichtigen Meldungen aus der Nachbarschaft. So zum Beispiel die juristischen Probleme zweier benachbarter Apotheken oder Madame Favre, die den besten „Gateau Créol“ der Insel macht. Daneben natürlich auch Berichte über leider sehr zahlreiche, Alkohol-bedingte Unfälle und Verbrechen. Interessanterweise finden sich aber auch bei diesen Meldungen fast immer der vollständige Name und der ungefähre Wohnort von Täter und Opfer.
Das wärs also wieder vom Reunionesischen Alltag. Ich geh mal Wandermaterial kaufen und wünsche eine gute Zeit und viel Freude mit dem Schnee.
Liebe Grüsse
Kubi
Montag, 4. Januar 2010
2010, il faut que ca glisse!
So meine lieben Freunde, ich hoffe ihr seid alle gut im 2010 angekommen, gut rüber- und nicht ausgerutscht. Ich wünsche natürlich von meiner Seite aus noch alles Gute im neuen Jahr und viel Glück, Gesundheit und Liebe für das neue Jahrzehnt.
Ich für meinen Teil habe 2010, wie es sich gehört, ordentlich feiernd gestartet. Am benachbarten Strand, der sich über geschätzte 10 Kilometer einer Lagune entlang zieht, ist hier jeweils halb La Réunion zugegen um das neue Jahr einzuläuten. Da durfte ich natürlich auch nicht fehlen und ich muss zugeben, das Fest war wahrlich berauschend. Gefeiert wurde teils im Wasser und teils am Strand und bis in die frühen Morgenstunden. Anders als bei uns waren aber auch bei Sonnenaufgang eigentlich noch gleich viele Menschen am feiern wie am Anfang des Abends, inklusive vieler Familien mit Kindern. Ich habe mir dann zum Abschluss der Nacht dekadent-feierlich noch eine Portion Austern gegönnt und bin dann friedlich gegen 9 Uhr eingeschlummert.

Die Feriensaison ist nun in vollem Gange hier. Das merkt man deutlich an meinem Wohnort Saint-Gilles, der einer der wohl beliebtesten Touri-Orte auf der Insel ist. Inzwischen ist das Städtchen schon etwas überlaufen, die Strände platschvoll und das hohe Verkehrsaufkommen nervt. Dafür sind die Touristen aber (alles Franzosen übrigens) sehr coole Leute zum abends einen trinken zu gehen. Und die Touristinnen haben natürlich unübersehbar auch ihre Reize, vor allem wenn Sie meist gross- und freizügig am Strand unterwegs sind.
Die perfekten Voraussetzungen also für meine Ferien hier. Ich finde es dann auch ein Zeichen von grosser Lebensqualität, wenn die einzigen Entscheidungen, die ich fällen muss, die Auswahl des zu besuchenden Strandabschnittes betreffen.
Auch sonst geht’s tiptop. Mit meiner Mitbewohnerin läuft es besser, sie kann nebst dem Talent zur Dekoration auch noch gut kochen und ist immer wieder für eine kleine Party zu haben. Da ein grosser Teil der Erasmus-Gruppe die Insel inzwischen verlassen hat, sind die grossen Feten zwar weniger geworden. Wie man sich aber vorstellen kann ist das aber weder für meinen Körper noch für meinen Geldbeutel eine schlechte Sache.

Dafür habe ich inzwischen einige Anstalten getroffen, um die Insel noch etwas besser kennen zu lernen. Letzten Sonntag bin ich beispielsweise erstmals zum Vulkan hochgefahren. Abfahrt war um 5 Uhr morgens, und das einem Sonntag! Das Ding ist, dass sämtliche Reise-und Wanderführer empfehlen, Besuche im inneren der Insel jeweils sehr früh anzugehen. Das liegt daran, dass gegen Mittag meist Wolken aufziehen und die Sicht über die Insel und auf die diversen Vulkan-Variationen dann getrübt ist. So waren wir also pünktlich um 7 Uhr vor Ort, nur um zu entdecken, dass Reiseführer auch nicht das gelbe vom Ei sind. Denn der Vulkan war ordentlich in Wolken gehüllt. Und es war kalt. So kalt, wie ich es wohl seit mehreren Monaten nicht mehr erlebt habe. Eigentlich ganz angenehm. Nun, immerhin hat sich die Wolkendecke dann doch noch etwas gelöst und wir haben die Wanderung zum Vulkan in den Angriff genommen, ohne den Krater zu besuchen allerdings. Das hat sich als grober Fehler herausgestellt, denn als wir wieder zurück waren herrschte plötzlich blauer Himmel und freie Sicht. So schnell kann’s gehen.

Wie ein nicht allzu schlechter Freund, der das Gefühl hat, etwas von Journalismus zu verstehen, bemerkt hat, werden meine Blogs kürzer und allenfalls oberflächlicher. Macht nichts, denke ich mir. Schliesslich geht seit „20 Minuten“ Quantität vor Qualität. Und wenn es mal wieder etwas Längeres zu berichten gibt, würde ich es natürlich tun!
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal, sagt der Märchenonkel!
Kubi
Ich für meinen Teil habe 2010, wie es sich gehört, ordentlich feiernd gestartet. Am benachbarten Strand, der sich über geschätzte 10 Kilometer einer Lagune entlang zieht, ist hier jeweils halb La Réunion zugegen um das neue Jahr einzuläuten. Da durfte ich natürlich auch nicht fehlen und ich muss zugeben, das Fest war wahrlich berauschend. Gefeiert wurde teils im Wasser und teils am Strand und bis in die frühen Morgenstunden. Anders als bei uns waren aber auch bei Sonnenaufgang eigentlich noch gleich viele Menschen am feiern wie am Anfang des Abends, inklusive vieler Familien mit Kindern. Ich habe mir dann zum Abschluss der Nacht dekadent-feierlich noch eine Portion Austern gegönnt und bin dann friedlich gegen 9 Uhr eingeschlummert.

Die Feriensaison ist nun in vollem Gange hier. Das merkt man deutlich an meinem Wohnort Saint-Gilles, der einer der wohl beliebtesten Touri-Orte auf der Insel ist. Inzwischen ist das Städtchen schon etwas überlaufen, die Strände platschvoll und das hohe Verkehrsaufkommen nervt. Dafür sind die Touristen aber (alles Franzosen übrigens) sehr coole Leute zum abends einen trinken zu gehen. Und die Touristinnen haben natürlich unübersehbar auch ihre Reize, vor allem wenn Sie meist gross- und freizügig am Strand unterwegs sind.
Die perfekten Voraussetzungen also für meine Ferien hier. Ich finde es dann auch ein Zeichen von grosser Lebensqualität, wenn die einzigen Entscheidungen, die ich fällen muss, die Auswahl des zu besuchenden Strandabschnittes betreffen.
Auch sonst geht’s tiptop. Mit meiner Mitbewohnerin läuft es besser, sie kann nebst dem Talent zur Dekoration auch noch gut kochen und ist immer wieder für eine kleine Party zu haben. Da ein grosser Teil der Erasmus-Gruppe die Insel inzwischen verlassen hat, sind die grossen Feten zwar weniger geworden. Wie man sich aber vorstellen kann ist das aber weder für meinen Körper noch für meinen Geldbeutel eine schlechte Sache.

Dafür habe ich inzwischen einige Anstalten getroffen, um die Insel noch etwas besser kennen zu lernen. Letzten Sonntag bin ich beispielsweise erstmals zum Vulkan hochgefahren. Abfahrt war um 5 Uhr morgens, und das einem Sonntag! Das Ding ist, dass sämtliche Reise-und Wanderführer empfehlen, Besuche im inneren der Insel jeweils sehr früh anzugehen. Das liegt daran, dass gegen Mittag meist Wolken aufziehen und die Sicht über die Insel und auf die diversen Vulkan-Variationen dann getrübt ist. So waren wir also pünktlich um 7 Uhr vor Ort, nur um zu entdecken, dass Reiseführer auch nicht das gelbe vom Ei sind. Denn der Vulkan war ordentlich in Wolken gehüllt. Und es war kalt. So kalt, wie ich es wohl seit mehreren Monaten nicht mehr erlebt habe. Eigentlich ganz angenehm. Nun, immerhin hat sich die Wolkendecke dann doch noch etwas gelöst und wir haben die Wanderung zum Vulkan in den Angriff genommen, ohne den Krater zu besuchen allerdings. Das hat sich als grober Fehler herausgestellt, denn als wir wieder zurück waren herrschte plötzlich blauer Himmel und freie Sicht. So schnell kann’s gehen.

Wie ein nicht allzu schlechter Freund, der das Gefühl hat, etwas von Journalismus zu verstehen, bemerkt hat, werden meine Blogs kürzer und allenfalls oberflächlicher. Macht nichts, denke ich mir. Schliesslich geht seit „20 Minuten“ Quantität vor Qualität. Und wenn es mal wieder etwas Längeres zu berichten gibt, würde ich es natürlich tun!
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal, sagt der Märchenonkel!
Kubi
Mittwoch, 23. Dezember 2009
Joyeux Noël!
Pünktlich wie ein gutschweizerisches Uhrwerk hier also der angekündigte Weihnachtsblog. Und auch wenn ich mich inzwischen nicht mehr als kompetenter Gesprächspartner betrachte wenn es ums Thema Stress geht, hab ich doch einiges zu tun momentan.
Immerhin habe ich zwei, drei Karten nach Hause geschickt (sind unterwegs, noch eine ganze Weile wahrscheinlich) und gross Weihnachtskäufe erledigt. Nicht für mich, aber für und mit der Mutter meiner Nachhilfeschülerin. Da die derzeit den Arm gebrochen hat (weiss nicht ob ich es schon erwähnt habe), habe ich mich bereit erklärt, mit ihr heute die Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Und ich muss sagen, die Insel-Franzosen feiern Weihnachten gerne und exzessiv. So waren nicht nur die Supermärkte rammelvoll, sondern zum Ende der 5-stündigen Einkaufstour auch mein Auto. Das Weihnachtsfest ist also wirklich nicht gross unterschiedlich als in der Schweiz. Die Dekorationen und Auslagen in den Geschäften scheinen höchstens noch etwas übertriebener und natürlich gibt es die gut französischen Weihnachtsspezialitäten: Foie Gras (gestopfte Entenleber) und Bûche (Weihnachtskuchen in Baumstammform) ohne Ende.

Zudem gibt es bizarre Weihnachtserscheinungen, so zum Beispiel in Saint Denis letzten Sonntag. Dort gibt es tatsächlich einen kleinen Weihnachtsmarkt. Zwar ohne Glühwein und Lebkuchen, dafür aber mit Fisch-Curry und selbstgemachter Bananenkonfitüre. Und als Höhepunkt gab es dann eben letzten Sonntag eine kleine Parade, samt kleinen Zwergen und dem Sega (Lokalmusik) tanzenden Weihnachtsmann in Vollmontur auf seinem Schlitten. Und dass in der Gemütlichkeit der momentan herrschenden 30-33 Grad.

Naja, bei uns wird es beschaulicher zu und her gehen. Nachdem wie gesagt meine neue Mitbewohnerin Nina eingezogen ist (die schon fleissig und mit viel Talent die Wohnung umdekoriert hat) werden wir uns als Gastgeber eines Weihnachtsessen versuchen. Eingeladen sind ganze 15 Leute, ein bunter Mix aus Franzosen, Deutschen, Engländern und Schweizern (deutsch- und russischsprechend). Da ich das Chefkochzepter an mich gekrallt habe, wird das Menu gutschweizerisch ausfallen. Es gibt Filet im Teig mit Kartoffelgratin, Morchelsauce und Gemüse. Das Filet aber ohne gedörrte Pflaumen und die Morchelsauce ohne Morcheln, weil beides viel zu teuer. Dafür aber natürlich genügend Alkohol dazu.

Und da dieses grosse Dinner eben auch noch vorbereitet werden will, mache ich mich nun schleunigst vom Acker.
Ich möchte euch nun denn allen eine wunderschöne Weihnacht wünschen. Geniesst das Fest mit der Familie oder euren Nächsten und erfreut euch an der besinnlichen Stimmung. Und esst und trinkt nicht zu wenig!
Ich melde mich dann per Neujahrsblog wieder.
Joyeaux noël, merry christmas und frohe Weihnacht!
Kubi
Immerhin habe ich zwei, drei Karten nach Hause geschickt (sind unterwegs, noch eine ganze Weile wahrscheinlich) und gross Weihnachtskäufe erledigt. Nicht für mich, aber für und mit der Mutter meiner Nachhilfeschülerin. Da die derzeit den Arm gebrochen hat (weiss nicht ob ich es schon erwähnt habe), habe ich mich bereit erklärt, mit ihr heute die Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Und ich muss sagen, die Insel-Franzosen feiern Weihnachten gerne und exzessiv. So waren nicht nur die Supermärkte rammelvoll, sondern zum Ende der 5-stündigen Einkaufstour auch mein Auto. Das Weihnachtsfest ist also wirklich nicht gross unterschiedlich als in der Schweiz. Die Dekorationen und Auslagen in den Geschäften scheinen höchstens noch etwas übertriebener und natürlich gibt es die gut französischen Weihnachtsspezialitäten: Foie Gras (gestopfte Entenleber) und Bûche (Weihnachtskuchen in Baumstammform) ohne Ende.

Zudem gibt es bizarre Weihnachtserscheinungen, so zum Beispiel in Saint Denis letzten Sonntag. Dort gibt es tatsächlich einen kleinen Weihnachtsmarkt. Zwar ohne Glühwein und Lebkuchen, dafür aber mit Fisch-Curry und selbstgemachter Bananenkonfitüre. Und als Höhepunkt gab es dann eben letzten Sonntag eine kleine Parade, samt kleinen Zwergen und dem Sega (Lokalmusik) tanzenden Weihnachtsmann in Vollmontur auf seinem Schlitten. Und dass in der Gemütlichkeit der momentan herrschenden 30-33 Grad.

Naja, bei uns wird es beschaulicher zu und her gehen. Nachdem wie gesagt meine neue Mitbewohnerin Nina eingezogen ist (die schon fleissig und mit viel Talent die Wohnung umdekoriert hat) werden wir uns als Gastgeber eines Weihnachtsessen versuchen. Eingeladen sind ganze 15 Leute, ein bunter Mix aus Franzosen, Deutschen, Engländern und Schweizern (deutsch- und russischsprechend). Da ich das Chefkochzepter an mich gekrallt habe, wird das Menu gutschweizerisch ausfallen. Es gibt Filet im Teig mit Kartoffelgratin, Morchelsauce und Gemüse. Das Filet aber ohne gedörrte Pflaumen und die Morchelsauce ohne Morcheln, weil beides viel zu teuer. Dafür aber natürlich genügend Alkohol dazu.

Und da dieses grosse Dinner eben auch noch vorbereitet werden will, mache ich mich nun schleunigst vom Acker.
Ich möchte euch nun denn allen eine wunderschöne Weihnacht wünschen. Geniesst das Fest mit der Familie oder euren Nächsten und erfreut euch an der besinnlichen Stimmung. Und esst und trinkt nicht zu wenig!
Ich melde mich dann per Neujahrsblog wieder.
Joyeaux noël, merry christmas und frohe Weihnacht!
Kubi
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