Freitag, 19. Februar 2010

Tranquille le matin, pas trop vite l'après-midi

Hochgeachtete Leser,
Vorab einmal mehr herzlichste Grüße aus der Sonne, denn ja, es ist immer noch sauheiss hier und wie man so hört immernoch saukalt bei euch. Trotz Hitze läuft interessanterweise neben mir gerade der Fernseher, wo auf „Antenne Reunion“ live der Olympische Wettbewerb im Biathlon ausgetragen wird. Ironisch aber trotzdem interessant, und ich freue mich natürlich wie ein kleines Kind über jeden Schweizer Erfolg.

Inzwischen ist nun meine Zeit als Touristenführer erfolgreich zu Ende gegangen und ich werde bald wieder selber einen solchen brauchen. Nach dem Besuch meiner Freunde Anfang Monat hat nun auch meine Mutter 12 Tage mit mir auf der Insel verbracht. Die beiden Besuche haben auch mir die Gelegenheit gegeben nicht nur meine hervorragenden Qualitäten als Guide darzubieten, sondern auch noch das eine oder andere zu entdecken. So war ich zum Beispiel mit meinen Freunden auf einem Fluss im Osten der Insel beim River Rafting, was überaus amüsant war. Begleitet von einem sympathischen, überchilligen und weltverbesserischen Franzosen gings in kleinen 2er Rafts die Stromschnellen hinab, notabene teilweise auch ohne Boot (nicht das wir gekentert wären, das durchqueren einer Stromschnelle auf dem Allerwertesten gehörte zum Rahmenprogramm). Auch mit meiner Mutter habe ich das eine oder andere unternommen. Zwar nicht gerade Extremsportarten, aber wir waren doch auch in allen Ecken der Insel und haben eine coole Wanderung in den Bergen unternommen. Zudem waren die Übernachtungen in schönen Hotels mit Swimming Pool und gutem Frühstück eine willkommene Abwechslung und noch ein letztes bisschen Luxus.
Denn wie bereits angekündet geht’s am 1.März auf nach Madagaskar und so wie ich informiert bin wird das alles andere als ein Luxustrip. Immerhin rangiert „Mada“ gerade mal auf Platz 146 des HDI, ist also bitterarm. Der Transport wird sich vor allem in kleinen und vollgestopften Sammeltaxis, alten Zügen und Piroggen vollziehen. Ich freue mich aber sehr auf dieses grosse Abenteuer, und immerhin ist es nicht schlecht, nach dem „Europa des indischen Ozeans“ auch noch das „Afrika des indischen Ozeans“ zu entdecken. Und Mada soll, so sagt man mir, auch ein wunderschönes, vielseitiges, und riesengrosses (ungefähr Frankreich plus BeNeLux) Land sein. Ich werde auf alle Fälle versuchen, zwischendurch an dieser Stelle ein bisschen zu berichten. Das könnte aufgrund fehlender Internet-Möglichkeiten zwar etwas schwierig werden, aber einen Versuch ist es wert.

Den kurzen Rest meiner Zeit werde ich nun vor allem mit organisatorischen Sachen verbringen müssen. Insbesondere muss ich mich von meinem zuverlässigen, alten Mitshubishi trennen und einen würdigen Käufer für die Karre finden (dooferweise hat nun auch noch der rechte Fensterheber seinen Dienst aufgegeben, was sich aber hoffentlich mittels noch zu organisierendem Ersatzteil beheben lassen wird).
Und natürlich dürfte es noch die eine oder andere Party geben, denn so ein vorläufiger Abschied muss doch gefeiert werden. Einen kurzen Vorgeschmack darauf gab es bereits gestern schon. Aus Anlass des Abschieds einer Kollegin wurde nochmal tüchtig gebechert. Interessanterweise waren auch drei lustige Franzosen dabei, die kräftig mitgemacht haben. Die drei entpuppten sich dann als Flugzeugmechaniker von Air Austral, dooferweise die Fluggesellschaft die mich nach Madagaskar bringen wird. Ich hoffe nur, dass die Jungs nicht vor meinem Flug so tüchtig feiern gehen.
Ich werde mich auf alle Fälle nochmals vor dem Abflug hier melden und wünsche euch bis dahin eine hervorragende Zeit.
Liebste Grüße
Kubi

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