Ich für meinen Teil habe 2010, wie es sich gehört, ordentlich feiernd gestartet. Am benachbarten Strand, der sich über geschätzte 10 Kilometer einer Lagune entlang zieht, ist hier jeweils halb La Réunion zugegen um das neue Jahr einzuläuten. Da durfte ich natürlich auch nicht fehlen und ich muss zugeben, das Fest war wahrlich berauschend. Gefeiert wurde teils im Wasser und teils am Strand und bis in die frühen Morgenstunden. Anders als bei uns waren aber auch bei Sonnenaufgang eigentlich noch gleich viele Menschen am feiern wie am Anfang des Abends, inklusive vieler Familien mit Kindern. Ich habe mir dann zum Abschluss der Nacht dekadent-feierlich noch eine Portion Austern gegönnt und bin dann friedlich gegen 9 Uhr eingeschlummert.

Die Feriensaison ist nun in vollem Gange hier. Das merkt man deutlich an meinem Wohnort Saint-Gilles, der einer der wohl beliebtesten Touri-Orte auf der Insel ist. Inzwischen ist das Städtchen schon etwas überlaufen, die Strände platschvoll und das hohe Verkehrsaufkommen nervt. Dafür sind die Touristen aber (alles Franzosen übrigens) sehr coole Leute zum abends einen trinken zu gehen. Und die Touristinnen haben natürlich unübersehbar auch ihre Reize, vor allem wenn Sie meist gross- und freizügig am Strand unterwegs sind.
Die perfekten Voraussetzungen also für meine Ferien hier. Ich finde es dann auch ein Zeichen von grosser Lebensqualität, wenn die einzigen Entscheidungen, die ich fällen muss, die Auswahl des zu besuchenden Strandabschnittes betreffen.
Auch sonst geht’s tiptop. Mit meiner Mitbewohnerin läuft es besser, sie kann nebst dem Talent zur Dekoration auch noch gut kochen und ist immer wieder für eine kleine Party zu haben. Da ein grosser Teil der Erasmus-Gruppe die Insel inzwischen verlassen hat, sind die grossen Feten zwar weniger geworden. Wie man sich aber vorstellen kann ist das aber weder für meinen Körper noch für meinen Geldbeutel eine schlechte Sache.

Dafür habe ich inzwischen einige Anstalten getroffen, um die Insel noch etwas besser kennen zu lernen. Letzten Sonntag bin ich beispielsweise erstmals zum Vulkan hochgefahren. Abfahrt war um 5 Uhr morgens, und das einem Sonntag! Das Ding ist, dass sämtliche Reise-und Wanderführer empfehlen, Besuche im inneren der Insel jeweils sehr früh anzugehen. Das liegt daran, dass gegen Mittag meist Wolken aufziehen und die Sicht über die Insel und auf die diversen Vulkan-Variationen dann getrübt ist. So waren wir also pünktlich um 7 Uhr vor Ort, nur um zu entdecken, dass Reiseführer auch nicht das gelbe vom Ei sind. Denn der Vulkan war ordentlich in Wolken gehüllt. Und es war kalt. So kalt, wie ich es wohl seit mehreren Monaten nicht mehr erlebt habe. Eigentlich ganz angenehm. Nun, immerhin hat sich die Wolkendecke dann doch noch etwas gelöst und wir haben die Wanderung zum Vulkan in den Angriff genommen, ohne den Krater zu besuchen allerdings. Das hat sich als grober Fehler herausgestellt, denn als wir wieder zurück waren herrschte plötzlich blauer Himmel und freie Sicht. So schnell kann’s gehen.

Wie ein nicht allzu schlechter Freund, der das Gefühl hat, etwas von Journalismus zu verstehen, bemerkt hat, werden meine Blogs kürzer und allenfalls oberflächlicher. Macht nichts, denke ich mir. Schliesslich geht seit „20 Minuten“ Quantität vor Qualität. Und wenn es mal wieder etwas Längeres zu berichten gibt, würde ich es natürlich tun!
In diesem Sinne wünsche ich eine gute Zeit und bis zum nächsten Mal, sagt der Märchenonkel!
Kubi
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