Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Ich hoffe dass in der Heimat alle mit Wohlbefinden gesegnet sind und sich eitler Glückseligkeit erfreuen ;-) Ja mir geht es immer noch gut, wenn wundert’s wenn man im Palmengarten sitzt und aufs Meer rausguckt… Gesundheitlich bin ich auch (noch) auf dem Damm, obwohl meine Mitbewohnerin wahrscheinlich die Schweinegrippe hat. Das heisst man weiss es eigentlich nicht so genau, der Arzt hat keinen Test gemacht. Aber das geht ja anscheinend auch vorbei. Ich bin hier oft ungewohnt schnell müde und brauche viel Schlaf, das mag wohl am warmen Klima oder an der anstrengenden französischen Sprache liegen, sollte aber nicht gesundheitsgefährdend sein ;-) Ansonsten bin ich mich immer noch zwischen und Uni und Strand am hin- und herbewegen, und zwischendurch (erstaunlich selten) geht’s mal in den Ausgang. Da ich unter den Erasmus-Leuten einer der wenigen bin, der sich bereits ein Auto beschaffen konnte, bin ich meistens zum fahren verdonnert. Macht zwar nicht so Spass, schont aber dafür Geldbeutel und Gesundheit.
Nun ich wollte eigentlich im heutigen Bericht mal ein paar allgemeine Dinge zu La Réunion sagen. Da sich ja der eine oder andere überlegt mich hier besuchen zu kommen soll man ja auch einigermassen vorbereitet sein, gell! Also, zuerst muss ich mal die Illusionen zerstören die einige meiner Fotos eventuell erschaffen haben: La Réunion ist KEIN tropisches Paradies mit weissen Stränden, grünen Palmen und immer eitel Sonnenschein. Es ist viel mehr ein grüne Insel mit Meer drumherum und Vulkan obendrauf die teilweise launischem Wetter ausgesetzt sein kann. Gerade Saint Denis ist sehr französisch, es gibt hier weisse Häuser, Strassenkaffees, breite Boulevards und teilweise unglaublich viel Verkehr. Die Insel ist von einer faszinierenden landschaftlichen und klimatischen Diversität gezeichnet, und genau das ist eigentlich auch das sehenswerte daran. 
Wenn man also einen Besuch in La Réunion erwägt, sollte man also mobil bleiben. Das heisst ich für meinen Teil würde mal empfehlen ein Auto zu mieten. Man darf aber auch meines benützen, wenn es dann noch fährt. Es gibt auch ein Inselumspannendes Busnetz, das ist aber für einen ferienmässigen Besuch leider zu wenig effizient. Wenn man einst mit Mobilität gesegnet ist, gibt es einiges zu tun. Strände befinden sich vor allem im Westen und Süden der Insel, dabei reicht die Varietät vom weissen bis zum Schwarzen Sand, von keine Wellen bis sehr starker Strömung und von dicht gedrängt bis sehr einsam. Allen Stränden gemeinsam ist, dass sie eben halt nicht unbedingt die klassischen Traumstrände sind, sondern eher wild, mit Korallenteilen übersät und meist nicht sonderlich zum planschen geeignet. Dafür umso besser geeignet für einen faulen Tag in der Sonne oder für diverse Wassersportaktivitäten (Surfen, Tauchen, Segeln etc…). 
Daneben sollte man unbedingt auch ein bisschen die Bergwelt erkunden, was sich meist zu Fuss abspielt. In den Bergen gibt es wiederum sehr viele Aktivitäten, zum Beispiel Canyonig, Rafting oder Wildwasserkanu. Und dann wäre noch der Vulkan den es wohl auch zu entdecken gibt, ich war bislang jedoch noch nicht dort.
Preismässig ist La Réunion eher auf der teuren Seite angesiedelt. Bei Lebensmitteln geht’s grad wenn man weiss was wo zu kaufen ist. Mietautos sind ziemlich günstig, dafür Übernachtungen und andere Touri-Aktivitäten eher nicht so.
Es sollte aber schon möglich sein, bei mir zu pennen, obwohl ich mich noch nicht entschieden habe, wo ich ab November wohnen werde. Momentan tendiere ich zu Strandnähe ;-) Zeitlich bin ich wahrscheinlich von Ende Dezember bis Ende Januar auf dem Festland, ich plane einen weiteren Besuch in good old South Africa und eine kleine Reise in Madagascar während meiner Semesterferien. Klimatisch gesehen ist der hiesige Sommer (Dez. bis Feb.) nicht unbedingt die ideale Reisezeit. So wie mir erklärt wurde kann es in einem Ausmass heiss werden, dass ein Mittag am Strand zur Qual werden kann. Zudem regnet es öfters, gemäss meinen Informanten beschränkt sich der Regen aber meist auf die Abendstunden. Einzig wenn ein Hurrikan in der Nähe ist kann es vorkommen, dass es mehrere Tage hintereinander durchregnet. Sollte also im grossen und ganzen nicht so schlimm sein.
Ach ja, kulturell ist in La Réunion auch einiges los. Es gibt oft Konzerte und kleinere Feste. Einzig die Haupstadt Saint Denis ist zu meinem Leidwesen ziemlich verschlafen, die wenigen Bars schliessen meist kurz nach Mitternacht. Dafür ist im Westen und Süden einiges mehr los, was Partys und Nachtlubs angeht.
So, ich schliesse diese kleine Erzählung nun auch schon wieder. Ich hoffe es hat keiner einen negativen Eindruck erhalten, das wäre falsch. La Réunion ist sicherlich eine Reise wert, aber man sollte ja doch wissen worauf man sich einlässt. Für Fragen und Anregungen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung. Und ansonsten melde ich mich dann bald mal wieder mit Berichten vom Erlebtem.
Alles Gute
Kubi

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