
Liebe Liebende,
Endlich ist es so weit und es gibt wieder etwas zu lesen. War auch ziemlich viel los in letzter Zeit, dazu aber etwas später. Ganz allgemein geht es mir immer noch ausgezeichnet, bin wohlgenährt und dennoch gesund ;-) Einzig der Uni stehe ich trotz regelmässigen Besuchen immer noch kritisch gegenüber. Ich will ja auch nicht zu viele ECTS-Punkte holen und mir dann aufgrund der schlechten Ausbildung die Karriere versauen, da mache ich besser nicht zu viel ;-) (Keine Angst liebe Erziehungsberechtigte, nicht zu viel ist auch genug!).
Eines habe ich an der Uni aber auf alle Fälle gelernt, und das hat mir etwas zu denken gegeben. Deswegen wollte ich das an dieser Stelle mal wiedergeben: Die Schweiz, mein/unser gutes Heimatland hat im Ausland inzwischen einen wirklich schweinisch schlechten Ruf. Ich vergleiche mein Jahr hier (allzu) oft mit dem Austauschjahr in Südafrika und ich weiss nicht ob es nur ein Zufall ist, aber damals (02/03) war die Reaktion auf meine Schweizer Herkunft immer durchwegs positiv, beeindruckt und ein bisschen neidisch. Heute sind wir Europa’s Clowns. Zurückgeblieben, veraltet, geldgierig und rechts-populistisch (das schwarze-Schaf-Plakat kennt halb Europa). Es ist schon so, dass die Leute in Reunion politisch einiges besser informiert sind in Südafrika, aber so krass kann der Unterschied eigentlich nicht sein. Ich weiss nicht wieso ich das erwähne, aber ich denke für die Daheimgebliebenen ist es vielleicht gut zu wissen, wie die internationale Auffassung so aussieht. Und falls jemand politisch engagiertes das liest: werdet bitte progressiver! Nun genug politisiert.
Wie gesagt, von den Ausser-Universitären Aktivitäten gabs in letzter Zeit wie gesagt einige. Erwähnenswert ist sicher die Party, die wir in unserem WG-Haus veranstaltet haben. Erasmus-Studenten sind ja anscheinend immer dankbar wenn etwas läuft und so kam es auch, dass sich trotz des zurückhaltenden Verteilens von Einladungen gute 50 Leute auf unserer Terrasse und im Garten versammelt haben. Die Party war dann auch „comme il faut“: laute Musik, interhumanoide Aktivitäten und, natürlich, Rum mit Früchten in 4,5 Liter Flaschen. Es war sogar so gut, dass einige erst 24 Stunden nach Party-Beginn wieder gegangen sind. Zudem haben sich meine Mitbewohner als wirklich gute und unkomplizierte Leute erwiesen.

Danach folgte eine kurze Pause mit kleinen universitären Aktivitäten und schon war es Zeit meinen Geburtstag „Island-Style“ zu feiern. Auch das war hervorragend und dauerte ebenfalls rund zwei Tage vollgefüllt mit Festivitäten, inklusive einer ruhigen und einer ausschweifenden Party und Frühstück (mit Champagner) ans Bett von meinen Mitbewohnern serviert. An dieser Stelle noch ein ganz herzliches Dankeschön für die vielen Glückwünsche von der anderen Seite der Welt, denen ich noch nicht persönlich gedankt habe.
Nach der Party folgte ein intensives Weekend das seinen Anfang in Saint-Gilles fand. Kurz gesagt war ich nach einem Nachmittag am Strand bei Freunden in der WG (mit Strandsicht) zu Gast, wo nach einem schönen Aufwärmen ein intensiver Ausgang folgte. Saint-Gilles ist die Partymetropole und das Strandmekka der Insel. Ich bin übrigens schon mit Leuten in Kontakt getreten und werde versuchen nach Ablauf meiner WG-Zeit dorthin zu ziehen. Das Leben dort ist einfach fantastisch. Und für alle potentiellen Reunion-Besucher: Freut euch, wenn das Projekt klappt wird’s richtig gut ;-) Der Rest des Weekends war dann diversen Schönheiten gewidmet, leider nicht menschlicher Art, da sind die Fortschritte eher schleppend. Ich spreche eher von traumhaften Wasserfällen mit azurblauen Pools, beeindruckenden schwarzen Steilküsten und abenteurlichen Wanderungen.

Dazu kommen ca. 3 ganze verzehrte Hühnchen vom Strassenrand (gegrillt natürlich, die sind echt super und ausserdem etwas vom wenigen fleischhaltigen was man sich hier überhaupt leisten kann. Reunion ist Lebensmittel-mässig schon sehr kostspielig, jedenfalls wenn man sich wie ich gerne mal was gutes gönnt ;-) Jaja, es gibt immer noch haufenweise Sachen zu entdecken hier. Die Planung für die nächsten Wochen steht zwar noch nicht, aber nebst dem Uni-Teil werden sicher noch einige Wanderungen auf dem Programm stehen. Und Ende Oktober geht der Segelkurs los, worauf ich mich tierisch freue.
So, ich gehe bereits schon gegen das Ende zu und hoffe dass der kleine Text den Informationshunger etwas stillt. Ich freue mich übrigens sehr, von wie vielen Leuten der Blog anscheinend gelesen, auch von solchen die ich nie als Leser erwartet hätte ;-) Macht weiter so, dann schreibe ich vielleicht auch mal wieder was! ;-)
Hebet Sorg und hebets guet und vorauem „löht nech nüt lo gfaue“ (Zitat B. Huber)
Kubi
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