
Mauritius, l’île Maurice, war also meine Destination zum „angewöhnen“ an dieses grosse Abenteuer im indischen Ozean. „War“ weil ich inzwischen schon in La Réunion angekommen bin, die Zeilen entstanden jedoch am zweitletzten Abend in Mauritius.
Mauritius ist spannend, wenn man nicht im Hotelresort bleibt. Und Mauritius ist pervers, aber dazu später. Ich bin am 18.08.2009 mit einiger Verspätung am Flughafen mit dem unaussprechlichen Namen Sir Seewosagur Raangoolam International angekommen. Noch länger als die Verspätung dauerten aber die unsäglich primitiven Formalitäten, die am Flughafen zu erledigen waren. Danke H1N1 Virus (Haben sie Schnupfen?).
Von der Schweiz aus wurde mir ja (mit oder ohne mein zutun) eine Unterkunft bei den Eltern einer Bekannten organisiert. Für mich ein bisschen ein beklemmendes Gefühl, denn wie ich aus meiner Südafrika-Erfahrung weiss, sind sprachliche und kulturelle Barrieren nicht zu unterschätzen, und die Frage ob diese Probleme das richtige sind für einen 6-tägigen Kurzaufenthalt erfüllte mich einigermassen mit Sorge. Umso erleichtert ob der Verspätung dachte ich mir, dass der arrangierte Abholservice wohl kaum mehr da sein würde und ich gemütlich ins Hostel fahren könnte. Aber neeeiiin, die haben tatsächlich so lange ausgeharrt.
Also Fahrt mit übersetzter Geschwindigkeit durch zu enge Strassen in einen noch engeren Vorort von Mahébourg (wer nicht weiss wo’s ist soll’s googlen). Das Haus der Familie war, verglichen mit dem Umfeld aber überraschend angenehm und mir wurde die ganze leere Wohnung im oberen Stock des Hauses zum wohnen und Cousin Brian zum aufpassen zugewiesen.
Mauritius ist spannend, wenn man nicht im Hotelresort bleibt. Und Mauritius ist pervers, aber dazu später. Ich bin am 18.08.2009 mit einiger Verspätung am Flughafen mit dem unaussprechlichen Namen Sir Seewosagur Raangoolam International angekommen. Noch länger als die Verspätung dauerten aber die unsäglich primitiven Formalitäten, die am Flughafen zu erledigen waren. Danke H1N1 Virus (Haben sie Schnupfen?).
Von der Schweiz aus wurde mir ja (mit oder ohne mein zutun) eine Unterkunft bei den Eltern einer Bekannten organisiert. Für mich ein bisschen ein beklemmendes Gefühl, denn wie ich aus meiner Südafrika-Erfahrung weiss, sind sprachliche und kulturelle Barrieren nicht zu unterschätzen, und die Frage ob diese Probleme das richtige sind für einen 6-tägigen Kurzaufenthalt erfüllte mich einigermassen mit Sorge. Umso erleichtert ob der Verspätung dachte ich mir, dass der arrangierte Abholservice wohl kaum mehr da sein würde und ich gemütlich ins Hostel fahren könnte. Aber neeeiiin, die haben tatsächlich so lange ausgeharrt.
Also Fahrt mit übersetzter Geschwindigkeit durch zu enge Strassen in einen noch engeren Vorort von Mahébourg (wer nicht weiss wo’s ist soll’s googlen). Das Haus der Familie war, verglichen mit dem Umfeld aber überraschend angenehm und mir wurde die ganze leere Wohnung im oberen Stock des Hauses zum wohnen und Cousin Brian zum aufpassen zugewiesen.

Und nun die erste Perversion. Mauritius, Trauminsel mit Traumstränden, dank einmaliger kolonialer Vorgeschichte perfekt multilingual? Ha, denkste! In der staubigen Vorortstrasse drängt sich Haus an Haus, Mindestabstand geschätzte 30cm, soviel zum Thema Raumplanung. Aber immerhin Häuser, mit Mauern, wenn auch oft unfertig. Und die Vielsprachigkeit scheint ein Generationenproblem zu sein. Denn von Französischkenntnissen war bei den zugegeben schon ältern Haubesitzern nur gerade ein Hauch auszumachen, kreolisch ist vielmehr ihr Ding. Wenigstens verstand ich Cousin Brian etwa zur Hälfte (bis zum Ende des Aufenthalts immerhin schon zu dreiviertel). Und dies obwohl in Mauritius alles in Englisch angeschrieben ist und das Fernsehen Programme in etwa vier Sprachen ausstrahlt (Französisch, Englisch, Kreolisch und Hindi). Apropos Hindi, die indische Dominanz der Insel ist ebenfalls zwar nicht pervers, aber immerhin komisch. Klar, wir sind im indischen Ozean. Aber geographisch doch eher in Afrika. Doch Politik, Wirtschaft und Bevölkerungsanteil, alles von Indern dominiert. Auch im Fernsehen kommt extrem viel Bollywood, so viel, dass ich es schon fast geil zu finden begann (jedenfalls besser als der Französische-Chanson-Scheiss den unser Nachbar jeden Morgen jeweils volle Pulle gespielt hat). Ist aber ein sehr interessanter Mix und scheint nicht mal schlecht zu funktionieren.

Da ich der Familie für den Aufenthalt etwas bezahlte und sie wohl selten ausländische Gäste haben wurde ich ein bisschen wie ein Hotelgast behandelt. Was mir zwar recht war, aber irgendwie zu komischen Auswüchsen führte. Vor allem wenn ich zum Frühstück ein reichhaltiges Tablet mit allem drum und dran serviert kriegte, und der Rest der Familie an trockenem Brot kaute.
Cousin Brain entpuppte sich jedoch als wertvoller und sympathischer Touristen-Guide, der mich insbesondere davor bewahrte, schamlos abgezockt zu werden, was in Mauritius anscheinend gerne gemacht wird. Dabei sind die eigentlichen Preise so tief, dass ein 20er-Nötli pro Tag lockerstens zum fressen, saufen und rauchen reicht.
Bereits am ersten Tag gabs aber dann haufenweise positive Eindrücke. Mauritius ist tatsächlich traumhaft schön. Das Gefühl dann tatsächlich an einem dieser schneeweissen Strände vor türkisblauem Meer zu stehen war schon überwältigend. In den folgenden Tagen habe ich dann mit Brian einige Exkursionen unternommen. Zuerst mit dem Bus, deren Fahrer verkannte Formel 1 Piloten sind, der aber immerhin günstig und zuverlässig ist. Später haben wir dann ein Auto gemietet. Notabene dank Brian nicht von Avis oder Europcar, sondern vom günstigeren und unkomplizierteren Nachbarn. Erst noch ein gepimpter Renault Megane RT mit Soundsystem. In den zwei Tagen haben wir die Insel quasi umrundet und es gibt wirklich allerlei Fantastisches zu sehen. Nebst den Stränden auch noch das attraktive Inland mit wunderschönen Wäldern, Wasserfällen und …ääähm… Menschen. Allerdings waren dann auch meine Nerven am Ende, denn fahren in Mauritius ist echt nicht einfach. Die zu enge Strasse teilen sich eine beträchtliche Anzahl von Bussen, Autos, Mopeds. Velos und Fussgängern. Angehalten und gequatscht wird auch direkt auf der Strasse.
Nebst dem Glücksgefühl aufgrund der geographischen Schönheit ging’s dann auch mit der Familie besser, dies dank Gott Alkohol. Verstanden haben wir uns zwar trotzdem weiterhin kaum, aber da jeden Abend zu Hause gebechert wurde (was eben un ´ti affaire gennant wird) entstand eine Art trunkseeliger Eintracht. Schön.
Es war auf alle ein grosses Erlebnis, dass ich dann doch nicht gegen die Hotelanlage hätte eintauschen wollen. Aber beenden wir nun diesen wohl längsten Blog-Eintrag aller Zeiten und freuen uns (also ich mich) auf genauso spannende Erlebnisse aus La Réunion.
Herzallerliebste Grüsse
Kubi
Ist ja interessant Deine 'ti affaire in kreol!
AntwortenLöschenDa komme ich mir mit meiner halbfertig betonierten Treppe ganz klein und unbedeutend vor. Schreibst aber sehr interessant, man ist direkt stolz auf Dich !
Ist doof mit dem "anonym", hatte gedacht, ich könne mich als Anton aus Tirol outen aber des geht ned.
AntwortenLöschenRaffael! Alles ist auf deutch, ich sprechen nicht deutch ;) But luckely enough its quite simular to swedish (?!) Im leaving today, arriving tomorrow 17.10 - hope to see you in the next few days! CANT WAIT! /kathleen
AntwortenLöschenMan dankt dem stolzen Vater mit den Lederhosen für den aufmunternden Kommentar ;-)
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